Die Verdauung des Hundes

Da der Karnivore ein Raubtiergebiss besitzt und sich im Gegensatz zu unserem Gebiss evolutionär dahingehend entwickelt hat, Fleisch zu packen, zu reißen und in Stücken herunter zu schlingen, sollte das Futter feucht sein. Der Hund besitzt keine Mahlzähne, mit denen er das Fleisch zermahlen kann, deshalb hilft der schleimige Speichel des Hundes, dass die Fleischbrocken direkt vom Maul über die Speiseröhre des Hundes in den Magen gelangen. Im Speichel selbst befinden sich keine Enzyme. Die Magensäure zersetzt im Magen nicht nur die Nahrung, sondern tötet Bakterien, Viren und Parasiten (Würmer und Wurmeier) ab, auch in unseren Augen verdorbenes Fleisch stellt bei stark saurem Milieu keine Gefahr dar. Ist das Immunsystem des Hundes allerdings stark geschwächt und sind auch andere Körperfunktionen deswegen beeinträchtigt, können stark verdorbenes Fleisch oder andere Lebensmittel mit sehr vielen anhaftenden Bakterien Verdauungsschwierigkeiten wie Erbrechen oder Durchfall auslösen.

Als Nächstes gelangt die breiige Masse in den Zwölffingerdarm, wo körpereigene Hormone und Enzyme (z.B. Insulin, Glukagon und Lipase) aus der Bauchspeicheldrüse und die Gallenflüssigkeit aus der Gallenblase zum Einsatz kommen.

Im Dickdarm, der nächsten Station, wird dem Nahrungsbrei das restliche Wasser und Elektrolyte entzogen. Die Mikrobiotika, also die im Darm lebenden Bakterienstämme, sind für das Umwandeln und Produzieren lebenswichtiger Vitamine zuständig. Deshalb ist es wichtig, dass die Mikrobiotika über die Ernährung des Hundes im Gleichgewicht bleibt und regelmäßig unterstützt wird. Der Darm ist das Königsorgan des Körpers. Ist er nicht gesund, dann ist der gesamte Organismus beeinträchtigt. Das gilt nicht nur für unsere Vierbeiner, sondern auch für uns Menschen!

Am Ende des Dickdarms, nahe dem Anus, liegt der Analbeutel (Sinus paranalis). In der Wand gelegene Talg- und apokrine Schlauchdrüsen geben ihr Sekret ab. Dieses vermischt sich mit abschilfernden Epithelzellen und wird durch eine bakterielle Mikrobiotika zersetzt, wodurch stark riechende Verbindungen, wie Trimethylamine, Buttersäure, Propionsäure, Indole und Skatole entstehen. Diese Verbindungen verleihen jedem Hund seine persönliche Duftnote. Die Sekrete werden bei jedem Kotabsatz mit ausgeschieden. Ist der Kot allerdings zu weich oder leidet der Hund permanent an Durchfall, wird der Beutel nicht ausreichend entleert, sodass sich häufig eine chronische Entzündung der Drüsen im Analbeutel aufgrund einer bakteriellen Infektion entwickelt. Häufig sieht man betroffene Hunde „Schlittenfahren“. Um dieser Problematik von Anfang an aus dem Weg zu gehen, empfiehlt es sich, dem Hund regelmäßig rohe fleischige Knochen oder calciumhaltige Lebensmittel zu geben, damit der Kot fest wird. ACHTUNG! Nur zu viel Knochen auf einmal darf es nicht sein, sonst droht eine Obstipation (Verstopfung durch Knochenkot).

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